15. Januar 2017

Platz zu atmen





Drei Dinge die ich im Januar immer tue: 


-Tulpen kaufen

-Freunde Anrufen, für die ich vor Weihnachten zu wenig Zeit hatte

-Ausmisten













Die ersten zwei Dinge fallen mir Leicht aber letzteres brauch manchmal schon etwas Überwindung:
Diese Frage-Liste Hilft:

1. Können jederzeit spontan Gäste kommen? 


2. Kann dein Besuch im Keller eine Flasche Mineralwasser holen, ohne dass er sich durch ein Meer an Kisten arbeiten muss?


3. Weist Du ob es in deinem Gefrierschrank Dinge gibt, die älter als ein Jahr sind?

4. Was befindet sich gerade alles auf dem Wohnzimmertisch?


5. Wie viele Papier- und Einkaufstüten bewahrst Du auf? Mehr als 10?


6. Findet dein Mann das weisse Tischtuch der Oma, auf anhieb und ohne viel Erklärung?

7. Kaufst Du regelmässig Zahnpasta im Doppelpack, obwohl du noch Reserve im Haus hast?

8. Weisst Du auswendig wie viele schwarze T-Shirts Du hast?

9. Ist dein Computer-Tisch aufgeräumt?

11. Verpasst Du mehr als drei Mal im Jahr die Altpapier-Sammlung?

12. Wie viele einzeln Socken hast Du zur Zeit irgendwo rumliegen?

13. Wie viele Hosen hast Du im Schrank, die Dir schon mehr als ein Jahr nicht mehr passen?

14. Wie oft pro Woche suchst Du ein Ladekabel oder den Autoschlüssel?

15.Wie viel Zeit brauchst Du, um alles in der Wohnung so wegzuräumen, dass eine Putzfrau ohne Hindernisse alles durchputzen könnte? Länger als eine Stunde?

16. Befindet sich gerade schmutziges Geschrirr im Spülbecken?

17. Habt ihr in Eurem Haushalt mehr als 7 Scheren und trotzdem sucht regelmässig jemand eine davon?



Bei diesem Test falle ich jedes Mal durch. Aber es sind immer mehr Punkte, bei denen ich zufriedener mit mir selber bin.

Bei mir hilft nur:  Wenige Dinge = wenig Unordnung? 


Hier ein paar Ausmist-Motivations -Tipps

Stell Dir dein perfektes Leben vor. Wie sieht es optisch aus? Wie sieht für Dich Dein perfektes Wohnzimmer, die perfekte Küche oder das perfekte Schlafzimmer aus? ... Vergiss den Keller nicht!


1. Bestandsaufnahme

Wie viele Dinge besitzt Du?

Zum Ersten wurde mir bewusst, wie viele Dinge ich eigentlich besass, als wir wegen eines Brandes, von heute auf morgen nicht mehr in unsere Wohnung durften. Wir waren gezwungen eine Inventarliste aller Dinge zu machen, die uns gehörten. Wir waren geschockt. 

Inventarlisten habe zwei Nutzen: man weiss was man hat, und man merkt schnell wo Geld unnötig verschwindet

Irgendwann merkten wir, dass dieser Brand auch ein Segen war. Wir hatten viel gelernt über uns und die Dinge von denen wir glaubten, dass sie uns etwas bedeuteten. Die meisten Dinge die verloren gingen hatten wir nämlich nie wirklich vermisst.

Gut, das Haus anzünden ist jetzt vielleicht nicht gerade die beste Lösung.

Mann kann sich das ganze ja auch nur mal vorstellen, um sich klar zu werden, welche Dinge man wirklich ein Leben lang aufbewahren würde.


1. Mach Dich leicht:

Es gibt zwei Arten von Dingen. Dinge, die uns etwas bedeuten, bzw. Dinge die uns helfen den Alltag zu meistern, und Dinge die einfach da sind, uns aber nichts bedeuten. Sachen wie z.B. Werbung, Werbegeschenke, oder unbrauchbare Geschenke.....

Nimm eine Mülltüte und schmeiss all die Dinge rein, die sich einfach irgendwie in deinen Haushalt geschlichen haben.


2. Was passt zu Dir?


Nimm Dir nun Raum für Raum vor und überlege bei jedem Ding, ob es zu dir passt. Falls nicht, weg damit. Ab damit in den Müll, in die Verschenkkiste (ich stelle manche Sachen auch schon mal an die Strasse, mit einem "Gratis"-Zettel daran), in die Ricardo- oder Recycling-Kiste. 

Denke daran: Je weniger Dinge, desto mehr Zeit und Raum gewinnst Du. Was Du in den letzen 24 Monaten nie benutzt hast, muss weg. 

Bei uns im Haushalt haben wir folgende Regeln aufgestellt:

-Alles, was am Boden liegt ,darf die Mama wegschmeissen (umgekehrt gilt das natürlich auch) Ich mache das meistens auch schonungslos. Die meisten Dinge hat nie irgend jemand vermisst.

- Immer freitags, wenn der Müll abgeholt wird, kommen alle  "Einfach-da-Dinge" weg.

-Keiner läuft leer. Jeder, der ein Stockwerk überwindet muss irgendwas mitnehmen: Wäsche, Müll, leere Tassen, Post ...

-Wenn etwas Neues ins Haus kommt, muss was Altes weg. Kaufen wir ein paar Schuhe muss eines aus dem Schuhregal weg.

- Bringt jemand z.B. einen neue Papiertasche mit, muss ein Alte in die Handtasche oder ins Auto, desjenigen der sie Mittgebracht hat. 

-Keine Schnäppchenkäufe. Ich mache mir eine Einkaufsliste. Gekauft wird, was auf der Liste ist.

-Jeder Mitbewohner weiss, wo was verstaut ist und kann es selbständig finden - und wieder versorgen. Es gibt für jedes Ding einen sinnvollen Ort. Hat es über zwei Wochen kein passenden Ort, kommt es weg, oder etwas anderes muss weg.

-Es werden keine neuen Schränke gekauft. Höchstens sinnvoller eingeräumt oder ausgemistet.

- Erinnerungen werden in Form von Fotos und nicht von Dingen am Leben erhalten. Haben wir etwas, das wir unbedingt behalten möchten (z. Beispiel weil es von der Nonna ist, muss es im Alltag verwendbar oder mindestens einmal im Jahr als Dekor benutzt werden können. Falls nicht, machen wir ein Foto und verschenken es weiter.

- Tauschen.

Ich verschenke viel. Spricht mich jemand auf etwas an, das ihm gefällt, merke ich mir das. Wenn derjenige Geburtstag hat, schenke ich ihm das Ding, dafür gibts wieder Platz für mich oder was anderes schönes. Ich tausche mit meiner Familie fast jede Woche irgendwelche Dinge. Wir haben einen Chat eingerichtet, wo wir jeweils ein Foto des zu tauschenden Gegenstandes mit dem Vermerk (kann das jemand brauchen) posten. Wenn wir uns dann beim nächsten Mal sehen, gehen einfach Taschen hin und her. Wir machen dass schon seit Jahren so. Lustig ist es, wenn Dinge immer mal wieder die Runde machen. Grundsätzlich haben alle Freude, wenn die Dinge ihre Verwendung finden, und aber auch wenn es wieder platz gibt.


- Mein Sohn darf seine Spielsachen verschenken. Mein Sohn verschenkt fast jedes Mal irgend etwas von seinen Sachen, wenn Besuch da ist. Er bekommt ja auch immer wieder Dinge einfach so. Es macht ihm inzwischen genau so viel Freude etwas weiterzugeben, wie etwas zu bekommen.

- Wir verstauen alle jahres- oder festzeitlich abhängigen Dinge im Keller in durchsichtigen Plastikboxen. Sie sind nach Themen sortiert, so dass jeder alles finden kann. Ist eine Kiste voll, muss etwas aussortiert werden. Was keinen Ort hat kommt weg.

- Wir verordnen uns selber immer mal wieder einen Shoppingstopp. Z.B. eine Woche keine neuen Lebensmittel. Dann werden Lebensmittel im Keller erst aufgebraucht bevor Neues dazu kommt. Einen Monat kein allgemeines Shopping. Nur frische Lebensmittel. Duschmittel werden erst die aufgebraucht, die man eigentlich nicht so mag und der Kühlschrank soll wieder mal ganz leer werden. (Dann kann man ihn nämlich auch gleich wieder sauber machen und bekommt wieder etwas mehr Übersicht)

Das klingt nach extremer Ordnung, gell? Diese Regeln sind vor allem für mich, weil ich von Natur aus Chaotisch veranlagt bin. Ohne diese Regeln würden wir innert kurzer Zeit im Chaos versinken.


Viel Spass bei Ausmisten. Und nicht vergessen: Die  Belohnung am Schluss. Natürlich keine Dinge. Ein feines Essen, ein Konzert oder ein Kinobesuch für alle, die mitgeholfen haben)

Denn weniger ist mehr Raum und Zeit!


11. Dezember 2016

Winterschlaf


Um gute Blogbeiträge zu schreiben braucht man Zeit und Musse.


In diesem Jahr sind weniger Blog- Beiträge entstanden wie in den letzten Jahren. Getextet  habe ich immer, nur sind die Texte im verlauf des Jahres immer persönlicher und intimer geworden. Sie hier zu veröffentlichen schien mir unpassend.
Jetzt wo die Tage kurz sind und der Garten im Tiefschlaf versinkt, lese ich viel und lass bewusst die Seele etwas baumeln.




Gerten im Winter







Der Garten liegt im Tiefschlaf und auch ich möchte mir Zeit nehmen etwas zu versinken, so das neues Entstehen kann. Ein herzlichen Dank für Eure treue. Geniesst die Weihnachtszeit!
 Eure Mara-Tiziana


28. November 2016

Novembersturm





Heute sind mit dem Novembersturm  die letzten Blätter gefallen und mit ihnen ein ganzer Baum.
Ich staunte nicht schlecht, als ich heute am Mittag ein paar Schönwetter-Fotos machen wollte und einer der Bäume am Bach einfach ...rums! ...umkippte.



Vor ein paar Tagen sah es noch so aus : 



Tja, so ist es mit dem Gärtnern, jeden Tag gibts Überraschungen.


Mara-Tiziana 

1. Oktober 2016

Lehmbau Figuren


Seit wir vor zwei Jahren in Cornwall in den "Lost Gardens of Heligan" waren, seit diesem Besuch wollte mein Sohn einen solchen Kopf bauen. Im Frühling haben wir ein Loch ausgehoben, und mit der übrig gebliebenen Erde wurde sein Wunsch Realität .



Mit dieser Lehmbautechnik werden im arabischen Raum ganze Städte gebaut. Was ich lange nicht wusste: dass es auch in unseren Breitengraden Lehmhäuser gibt. Das grösste steht übrigens in Weilburg in Deutschland. Es hat ganze sieben Stockwerke.



 Mit Lehm zu bauen ist günstig, produziert keinen Abfall und macht unglaublich Spass. 

Wir haben der Erde lediglich etwas Stroh und Wasser untergemischt. 








Anfangs hatte er nur eine Irokesenfrisur Wir haben dann im Juni etwas nachgebessert und eine Haartransplantation vorgenommen. 


Um Moos anzusetzen mischt man Moos, Bier und wahlweise etwas Buttermilch im Mixer und streicht die Tinktur auf die gewünschte Oberfläche. Bei uns hat es allerdings ein paar Monate gedauert, bis das Moos gewachsen ist. 
  
 Hier, die Fotos des Originals, aufgenommen im Jahr 2014.





Die liegende Frau findet man übrigens auch in den Heligan Gardens. Ein Garten der so oder so viel Zauberhaftes zu bieten hat. 

Eure Mara-Tiziana 



18. September 2016

stachelige Schönheiten




Disteln polarisieren auf die gleiche Art wie Kaktusse: Man mag sie, oder mag sie nicht.  Mich faszinieren sie seit jeher wegen ihres azurnen Blau, und wegen der eisblumenartigen Blüten. Auf meiner Pflanzenwunschliste finden sich immer ein paar Disteln. Eryngium und Mannstieu sind einige meiner Lieblinge. Gern hätte ich auch die Alpenmanstreu, aber die haben den letzten Winter nicht überstanden. Wahrscheinlich war es zu feucht an dieser Stelle.
Angefangen habe ich mit Kugeldisteln, die ich aus Samen gezogen habe. Das ist eigentlich ganz leicht. Inzwischen samen sie sich leicht und locker selber aus, so dass ich immer wieder einige davon verschenken kann.







Hier in Kombination mit Fenchel, Wasserdost und Muscatella Salbei, Juni-Bilder.


Karden - jetzt im Herbst und bis in den Winter hinein, erzählen sie vom vergangenen Sommer.






Artischocken benötigen viel Platz. Im Herbst, wenn sie verblüht sind, schneide ich sie zurück. Im Winter decke ich sie mit Laub zu, und wenn's richtig eisig wird, auch zusätzlich mit Fliess. So kommen sie meistens gut über den Winter und treiben im Frühling mit voller Kraft wieder aus. 



Gebunden in Stressen, oder auch als Kränze gesteckt, halten sie ewig. 


Mit dem ewigen Sommer aber ist es nun vorbei und ein hoffentlich genau so schöner Herbst, steht uns bevor.

Mara-Tiziana

PS: Wer es lieber fein und zart mag : Barfuss